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Seit einiger Zeit rumort es in der Welt der digitalen Fotografie heftig. Die Spiegelreflexkameras, einstige Matadore in der Welt der professionellen Fotografie, bekommen ernsthafte Konkurrenz. Die spiegellosen Systemkameras (kurz: DSLM) greifen an und erobern immer mehr Marktanteile. Mittlerweile steigen immer mehr Fotografen auf die kompakte und spiegellose Variante um. Wir wollten wissen, was sagt ihr persönlich zu den neusten Entwicklungen und wo seht ihr die Zukunft der Fotografie.

Befragt haben wir Fotografen und Blogger, allesamt Menschen, deren tägliches Werkzeug die Kamera ist. Die Antworten sind so interessant, wie die beiden Kameratypen verschieden. Doch lest selbst:

1) Welche Kamera-Art nutzt du aktuell und warum? (DSLR oder DSLM)

2) Wo siehst du persönlich die Zukunft der Fotografie?

 

Sebastian und Jenny, die zusammen in ihrem Online-Fotokurs zeigen, wie einfach Fotografieren auch abseits des Automatikmodus sein kann.

1) Wir sind vor Kurzem von einer DSLR auf eine DSLM umgestiegen. Da wir fast das ganze Jahr über auf Reisen sind, ist das Gewicht der Kamera für uns ein extrem wichtiges Kriterium. Wir haben uns für die Sony Alpha 7ii entschieden und sind damit absolut zufrieden. Die Bildqualität ist überragend und auch zum Filmen ist die Kamera top. Außer in Bereichen, in denen ein extrem schneller Autofokus (z.B. Sportfotografie) notwendig ist, gibt es unserer Meinung nach keinen Grund mehr, eine schwere DSLR dabei zu haben.

2) Puh, schwierige Frage. Einige sagen die klassische Fotografie in Zeiten immer besserer Smartphone-Kameras ja schon tot. Wir glauben da aber nicht dran. Der Bereich der spiegellosen Kameras wird sich definitiv weiterentwickeln und in Zukunft wachsen. Die klassischen Kamerahersteller Nikon und Canon müssen definitiv bald aus ihrem Dornröschenschlaf aufwachen, wenn sie den Anschluss nicht komplett verlieren wollen.

 

 

luisasole
Luisa Sole, Fotografin aus Mönchengladbach, unterstützt ihren Mann André hinter der Kamera bei deren musikalisch-kulinarischen Projekt „MG kitchen TV“.

1.) Wir nutzen DSLR (Nikon D750) Kameras zum Filmen und eine DSLM (Fuji Xt1) Kamera zum Fotografieren. Die Kameras sind gut.

2.) Die Kameras werden immer besser und immer mehr Menschen denken, dass sie keinen Fotografen brauchen, aber die Menschen, die die Arbeit des Fotografen verstehen und ihn vor allem als Künstler anerkennen, werden es mehr denn je verstehen. Spätestens wenn sie sich eine solch vielversprechende Kamera gekauft haben und merken, dass da dann am Ende doch wesentlich mehr zugehört.
In unserem Fall denken auch viele, dass da nicht viel bei ist einen Film zu drehen und zu schneiden. Dass da aber jahrelange Disziplin, Übung und Erfahrung hinter steckt wird gerne übersehen. Nichts fällt vom Himmel, da können die Kameras noch so gut sein. Die Kameras sind nur ein Werkzeug, das Gefühl und den Stil entwickelt die Kamera nicht für einen. Wenn du im Herzen Fotograf oder Filmemacher bist, dann warst du das schon bevor du dir die erste „große“ Kamera gekauft hast. Wer DAS in sich stecken hat, der macht auch mit dem Handy schon die ersten tollen Bilder oder Filme.

 

 

florian
Florian Eisermann aus Kassel ist Fotograf und unterstützt andere auf ihrem Weg in die Fotografie. www.florianeisermann.tv

1) Beides, für meine Jobs nutze ich mein Nikon-System, da ich hiermit schon lange arbeite und es für mich einfach funktioniert. Privat bin ich oft nur mit meiner Fuji X100T unterwegs, da sie so schön klein und kompakt ist, um sie immer dabei zu haben. Außerdem passt sie sehr gut in die Handtasche meiner Frau. 😉

2) Ich denke, dass sich die Fotografen durchsetzen werden, die sich auf ihre Kernkompetenz spezialisieren. Fotografen die alles anbieten, werden langfristig nicht wirtschaftlich gut dastehen.

 

 

 

 

inka
In ihrem Blog Blickgewinkelt erzählt Inka aus ihrem Berliner Alltag und lässt den Leser an ihren Reisen um die Welt teilhaben.

1. Ich benutze tatsächlich regelmäßig zwei Kameras: Meine „dicke“ DSLR, die Canon EOS 80D, denn ich liebe die Qualität der Bilder und produziere gerade in schwierigeren und sensibleren Lichtverhältnissen damit die besten Bilder. Meine „kleine“ Systemkamera, die Olympus OM-D E-M10 ist wiederum perfekt, um unauffällig in der Stadt zu fotografieren. Sie erschreckt die Menschen nicht so und die Portraits werden dadurch natürlicher. Außerdem eignet sie sich gut für anspruchsvollere Outdoor-Touren, denn sie ist sehr robust, hält Feuchtigkeit und Kälte sehr gut aus und ist eben klein. Auf meinem letzten West Coast Trail-Trek in Kanada hätte ich keine 2 Kilo Kamera mit mir schleppen wollen.
Mehr Informationen zu meiner Ausrüstung und Preise findest Du in meinem Artikel „Meine Fotoausrüstung„.

2. Positiv für alle AnwenderInnen! Grundsätzlich geht der Trend zu klein und leicht. Gerade mit meinen schmalen Kinderhänden bin ich dafür sehr dankbar, denn ich könnte zum Beispiel nie eine Canon Mark III halten, möchte mich aber natürlich langfristig verbessern, was die Qualität angeht. Zudem kann sich mittlerweile fast jede/r hierzulande eine gute Kamera leisten und der Trend geht ja ohnehin zu Systemkameras. Mein Traum wäre, in zwei Jahren eine kleine Systemkamera mit Vollformat-Sensor zu besitzen. Diese Entwicklung ist für Berufsfotografen natürlich sehr schlecht, zugegeben, denn es gibt mehr und mehr sehr gute Hobbyfotografen. Andererseits sind viele Berufe nun mal im Fluss, und derjenige, der von der Fotografie leben möchte, muss eben besonders gut sein oder sich spezialisiert haben. Und natürlich wird es bestimmt tolle weitere Entwicklungen geben, ich liebe zum Beispiel Drohnenfotografie und bilde mich da gerade weiter. Ein hübsches Schätzchen habe ich mir schon angeschafft. Diese Landschaftsbilder von oben, am besten noch durch Vögel begleitet, sind einfach fantastisch und geben völlig neue Perspektiven.

 

Die Antworten zeigen, dass es kein Schwarz oder Weiß mehr sein muss, wenn es um die Wahl der Fotoausrüstung geht. Immer mehr Fotografen geben der kleinen und handlichen DSLM eine Möglichkeit sich gegen ihre große Schwester, die DSLR, auch in der professionellen Fotografie zu behaupten. In einigen Bereichen geben viele Fotografen noch immer der Spiegelreflexkamera den Vorzug, z.B. wenn es um hochauflösende Bilder oder Sportfotografie geht. Dennoch integrieren immer mehr Fotografen die handlichen Kompaktkameras in ihren Berufsalltag und geben ihr mehr und mehr Raum zu zeigen was in ihr steckt. Sicher ist, die Entwicklung ist noch nicht am Ende und es bleibt abzuwarten, wohin die Reise geht.

Wie sind eure Erfahrungen dazu? Wo seht ihr die Vor- und Nachteile der beiden Kameraarten?

 

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